Pizzateig

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Dieses Mal gibt es ein Rezept für tollen Pizzateig. Wie es sich für eine (italienische) Pizza gehört, habt ihr dann eine Pizza mit einem dünnen, sich unter dem Belag „verneigenden“, Boden mit einem krossen Rand. Einfach himmlisch! Da wir es aber richtig machen wollen, ist diese Pizza nicht einfach mal in 1-2 Stunden fertig, sondern ihr braucht mindestens einen Tag! Aber das Warten lohnt sich wirklich, probiert es einfach mal aus! Ich bin zumindest immer noch begeistert und kein anderes Pizzarezept, das ich vorher gemacht habe, kommt an dieses Rezept ran. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung, macht euch euer eigenes Bild.

Da ich momentan gerne mit Urgetreide herum experimentiere, habe ich auch dieses mal gedacht, ich nehme einmal „Emmermehl“ statt „Weizenmehl“.

Wie gesagt, Emmer, auch „Zweikorn“ genannt, gehört zu den sogenannten Urkörnern. Er gehört zu den ältesten, kultivierten Getreidearten und ist dabei eiweiß- und mineralstoffreich. Emmer ist reich an Eisen und hat einen hohen Gehalt an Zink und Magnesium. Menschen, mit einer sogenannten „Weizensensibilität“ vertragen Emmer recht gut. Da er aber trotzdem noch Gluten enthält, ist er für Zölikie-Betroffene weiterhin tabu. Für alle anderen ist er aber sehr empfehlenswert, da er für den Darm sehr viel verträglicher als Weizen ist. Und gerade der Darm ist bei einer Lebensmittelunverträglichkeit gerne mal sehr angegriffen und sollte schön gehegt und gepflegt werden.

Wie ihr vielleicht raus lesen könnt, bin ich recht begeistert von dem tollen Getreide. Ich kann euch daher nur empfehlen: Lest es mal nach!

Aber wir wollen nicht abschweifen, schließlich geht es hier um etwas immens Wichtiges: Essen! Daher kommt hier nun endlich das Rezept 😉 – ich habe schließlich auch schon Hunger.

Zutaten

  • ca. 1 kg Emmermehl
  • 725 ml kaltes Wasser
  • 1/4 Block frische Hefe
  • 40 g Salz

Zubereitung

Als erstes gebt ihr 600 g des Emmermehls in eine Schüssel. Dazu gebt ihr das Wasser, bröselt die Hefe rein und gebt noch das Salz hinzu. Das alles wird jetzt gut durchgerührt. Am Schluss habt ihr einen Teig, der eher an einen Pfannkuchenteig erinnert und sehr salzig schmeckt. Ist das auch bei euch der Fall, habt ihr schon mal alles richtig gemacht. Nun deckt ihr eure Schüssel mit einem Tuch ab und lasst den Teig 20 Minuten gehen. Dazu braucht der Teig auch nicht extra an einen warmen Ort, denn der Teig wird noch Zeit genug haben, um schön aufzugehen, keine Sorge.

Oh ja, aus diesem „Pfannkuchenteig“ soll mal eine sehr leckere Pizza werden.

Sind die ersten 20 Minuten vorbei, rührt ihr den Teig noch einmal für etwa 3-4 Minuten. Anschließend kommt das restliche Mehl Schritt für Schritt hinzu. Dazu gebt ihr zuerst etwa ein Viertel des Mehles hinzu und rührt dieses kräftig ein. Mit dem restlichen Mehl fahrt ihr genauso fort, bis sich euer Teig von der Schüssel löst und zu einem Ball formt. Ist es soweit, könnt ihr aufhören, es kann also durchaus sein, dass ihr nicht das ganze Kilo Mehl braucht. Der Pizzateig bleibt in diesem Stadium kein fester Teigball, sondern fließt dann wieder langsam auseinander. Das ist komplett richtig so. Dann heißt es wieder: Küchentuch auf die Schüssel und 20 Minuten ruhen lassen.

Nach den zweiten 20 Minuten kommt der Teig aus der Schüssel. Dazu gebt ihr ordentlich Mehl auf eure Arbeitsfläche und gebt den „zähen“ Teig darauf. Knetet ihn (mit Hilfe des Mehles) ein wenig durch und teilt ihn in 6 Stücke. Ihr werdet feststellen, dass der Teig außen durch das Mehl einigermaßen fest ist (sofern euer Teig immer schön bemehlt ist), innen aber noch recht feucht. Dann ist alles richtig. Formt eure Teige zu Kugeln und gebt diese einzeln in Schüsseln. Deckt diese entweder mit einem Deckel ab oder mit Frischhaltefolie. Das ist wichtig, damit euer Teig nicht austrocknet. Die Schüsseln kommen dann für mindestens 24 Stunden in den Kühlschrank. Oh ja, in den Kühlschrank! Und ja: für MINDESTENS 24 Stunden! Dadurch kann die Hefe schön langsam arbeiten und das lohnt sich. Ihr könnt den Teig auch ohne Probleme bis zu 6 Tage im Kühlschrank lassen, das ist kein Problem.

Ihr habt mindestens 24 Stunden ausgehalten? Dann könnt ihr euch auf die Schulter klopfen und nun euren Teig aus dem Kühlschrank nehmen und noch einmal mit etwas Mehl durchkneten. Ihr werdet wieder feststellen, dass der Teig immer noch schön feucht ist. Nun geht es ans Ausbreiten. Dafür braucht ihr kein Nudelholz (ihr würdet euch damit zumindest keinen Gefallen tun)! Ihr gebt genügend Mehl auf eure Arbeitsfläche (sonst klebt der Teig fest – alternativ könnt ihr auch direkt auf einem Backpapier arbeiten – etwas Mehl braucht ihr trotzdem, sonst klebt der Teig an euren Händen) und drückt mit Hilfe eurer Hände den Teig von der Mitte aus zum Rand. Dreht ihn dabei immer mal wieder um die eigene Achse, damit ihr einen schönen Kreis erhaltet. Keine Sorge, das geht leichter, als es sich anhört. Wenn ihr einen schönen, „dünnen“ Kreis habt, kann es ans Belegen gehen.

Die normale, italienische Pizza wird zuerst mit Tomatensauce bestrichen. Da aber nicht jeder mit einer Fruktoseintoleranz Tomaten verträgt, muss jeder schauen, wie es für ihn am besten ist. Entweder ihr nehmt etwas weniger Tomaten oder nehmt stattdessen z.B. Schmand etc. Bei mir persönlich klappt es bei der Pizza ganz gut, da das Fett des Mozzarellas dafür sorgt, dass die Verdauung verlangsamt wird, sodass mir die Tomaten nicht ganz so zu schaffen machen. Außerdem haben wir ja gelernt, dass das Emmermehl verträglicher für den Darm ist, als Weizenmehl, sodass die Tomaten bei mir gleich noch besser gehen. Dann kommt noch der besagte Mozzarella drauf und was ihr sonst noch so mögt und dann geht die Pizza im Idealfall in den vorgeheizten Backofen auf den Pizzastein, bis die Pizza schön kross ist. Ihr müsst dabei unbedingt beachten, dass ihr die Pizza nach dem Belegen möglichst schnell in den Ofen befördert. Dadurch, dass der Teig nicht ganz so fest ist, wie gewohnt, „bewegt“ er sich noch schön weiter. Wartet ihr also zu lange, kann es sein, dass der Pizzateig sonst an der Oberfläche festklebt und sich dann schwer in den Ofen schieben lässt. Benutzt ihr allerdings Backpapier, ist das nicht ganz so schlimm.

Vielleicht fragt ihr euch: Braucht es den Pizzastein?
Ich finde, es macht schon einen deutlichen Unterschied, ob ihr einen Pizzastein verwendet, oder ihr die Pizza einfach nur so in den Ofen schiebt. Aus meiner Sicht lohnt er sich daher auf jeden Fall (auch da Pizzasteine nicht unbedingt teuer sind). Habt ihr aber keinen, dann könnt ihr eure Pizza selbstverständlich auch auf einem normalen Backblech zubereiten. Dann dauert das ganze nur etwas länger (etwa 10-15 Minuten anstatt 4-5 Minuten) und sie bekommt nicht diesen schönen „Steinofengeschmack“. Lecker ist sie aber natürlich trotzdem.

Mein Fazit zum Pizzateig mit Emmer (anstatt Weizen – das Rezept habe ich mit weniger Wasser auch schon mit Weizenmehl zubereitet): mir schmeckt der Teig sogar besser, da er einen etwas stärkeren Eigengeschmack hat und damit gut mit den anderen Zutaten harmoniert. Daher ist das Experiment in meinen Augen ein voller Erfolg.

Ich hoffe, euch gefällt dieses Rezept mindestens so gut wie mir 🙂 Bon appetit!

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