Bienenstich

Der Bienenstich ist ein typischer Kuchen aus meiner Kindheit. Dazu müsst ihr wissen, dass mein Papa ein unglaublich guter (Hobby-) Koch ist! Bei ihm gibt es einfach die besten Braten, Soßen (bis heute bleibt mir das ein Rätsel, wie er die hinbekommt), Kartoffeln (in den verschiedensten Varianten) und noch vieles mehr. Sogar mein Mann hat nach einem Nachschlag der Ofen-/Bratkartoffeln verlangt, die mein Papa gemacht hat – und er mag Kartoffeln eigentlich überhaupt nicht. Oder zumindest bis zu diesem Tag nicht 😉

Ich wurde also in meiner Kindheit sehr verwöhnt, was das Essen angeht (was allerdings etwas problematisch war, wenn man bei anderen Eltern gegessen hat, da natürlich nicht jeder so hervorragend kochen konnte – da musste man teilweise schon als Kind sehr diplomatisch agieren…). Was mein Papa aber eher selten gemacht hat, war Backen. Die einzigen Ausnahmen waren Crêpes (das war auch das erste, was mir mein Papa in der Küche beigebracht hat, eine wirklich sehr nützliche Sache) und ganz selten auch mal eine Apfeltarte mit Blätterteig (auch sehr lecker). Wenn es also früher zu Hause sonst etwas „Gebäck“ gab, dann kam dies meistens vom Konditor. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich dann doch ziemlich früh für das Backen interessiert habe, schließlich gab es eine Lücke zu füllen! Und ganz ehrlich: Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich schon relativ gut kochen kann, aber mit meinem Papa kann ich es da bis heute bei weitem nicht aufnehmen. Chapeau, Papa!

Also wie gesagt, Kuchen gab es meistens vom Konditor und in den 90er waren das dann die typischen Klassiker: Schwarzwälderkirschtorte, Apfel-, Himbeer- und Erdbeerkuchen, Käsesahnetorte oder der hier erwähnte Bienenstich. Die Auswahl war nicht gerade riesig, aber geschmeckt haben sie alle!

Und als letztens zwei Freundinnen (oder wie wir uns auch selbst nennen: die Empire Ladies) vorgeschlagen haben, wir können uns doch einfach mal ganz klassisch zu Kaffee und Kuchen treffen, da musste natürlich auch ein echter Klassiker her. Daher der Bienenstich! Also: ran an den Ofen!

Zutaten

Mandelbelag

  • 50 g Butter
  • 10 g Reissirup
  • 60 g Getreidezucker
  • 65 g Mandelblättchen

Rührteig

  • 120 g weiche Butter
  • 60 g Getreidezucker
  • 1 Ei
  • 190 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • Prise Salz
  • 60 ml Milch

Vanillecreme

  • 1/2 Vanilleschote
  • 2 Eigelb
  • 60 g Getreidezucker
  • 1/2 Packung Vanillepudding zum Kochen
  • 190 ml Milch
  • 75 g weiche Butter

Springform mit etwa 20 cm Durchmesser

Zubereitung

Den Backofen auf 160°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Zunächst bereiten wir den Mandelbelag vor. Dafür gebt ihr die Butter, den Reissirup und den Getreidezucker in einen Topf und schmelzt alles bei geringer bis mittlerer Hitze. Gebt dann die Mandelblättchen hinzu, rührt sie gut unter und lasst alles abkühlen.

Für den Rührteig schlagt ihr die Butter mit dem Getreidezucker sehr schaumig. Dann das Ei einschlagen und noch einmal gut vermischen. Das ganze ist jetzt etwas klitschig, aber es fehlen auch noch ein paar Zutaten. Mischt das Mehl, Backpulver und Salz zusammen. Gebt nun die Mehlmischung und die Milch zum Ei-Buttergemisch und rührt noch einmal kräftig durch. Das Ergebnis sollte ein recht zäher Rührteig sein. Diesen verteilt ihr in eurer gefetteten Springform und verstreicht darauf eure Mandelmasse. Den Kuchen auf mittlerer Schiene für etwa 30-40 Minuten gar backen (Garprobe mit einem Holzspieß nicht vergessen). Nehmt ihn dann aus dem Ofen und lasst ihn noch einmal etwa 10 Minuten in der Form auskühlen, bevor ihr ihn dann auf einem Kuchengitter für etwa 1 Stunde komplett abkühlen lasst.

Kleiner Tipp: Seid ihr mit dem Backen wie ich etwas knapp dran? Dann könnt ihr die Kühlzeiten extrem verkürzen, indem ihr euren Kuchen in die Tiefkühltruhe stellt (aber bitte dort nicht vergessen). Zweiter Vorteil: er lässt sich dann auch leichter in der Mitte durchschneiden.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Vanillecreme vorbereiten. Dazu rührt ihr das Vanillepuddingpulver mit etwa 50 ml der Milch glatt. Schneidet eure Vanilleschote längs auf und kratzt das Mark heraus. Schlagt die Eigelbe mit dem Getreidezucker in einer Edelstahlschüssel sehr schaumig auf. Fügt nun das angerührte Vanillepuddingpulver, das Vanillemark und die restliche Milch zur Eigelbmasse hinzu und vermischt noch einmal alles. Gebt nun die Edelstahlschüssel über ein heißes Wasserbad und rührt die Masse mit einem Handrührgerät oder, wenn ihr wie ich nur eine Küchenmaschine habt, mit dem Schneebesen für etwa 10-15 cm bis ihr eine dickliche, puddingartige Creme habt (oh ja, das Fitnessstudio kann ich mir sparen und den Kuchen habe ich mir hinterher sowas von verdient). In eine Schüssel umfüllen, mit einer Frischhaltefolie direkt auf der Creme abdecken (damit keine Haut entsteht) und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Ist alles weit genug abgekühlt, rührt ihr die weiche Butter schaumig. Fügt die Creme esslöffelweise hinzu und verrührt alles kräftig miteinander. Schneidet den Kuchen einmal in der Mitte durch, gebt die Vanillecreme auf den Boden und setzt den Deckel (mit der Mandelkruste oben) wieder darauf. Am besten gebt ihr für diesen Schritt den Kuchen wieder in die Springform, dann kann euch die Creme nicht abhanden gehen. Nun kommt der Bienenstich noch einmal für etwa 2 Stunden in den Kühlschrank bis ihr in Servieren könnt (oder in die Tiefkühltruhe, wenn ihr nicht so lange warten könnt).

Bon appetit!

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